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KIRON Edication for Refugees

Kiron At a Glance


Less than 1% of refugees globally have access to higher education.

At Kiron, we believe that everybody has the right to fulfill their potential and improve their life prospects via education. And we know that the obstacles refugees face in accessing education can be overcome.

Our vision is to provide millions of refugees worldwide with the opportunity to graduate with an accredited university degree, free of charge. No more time, potential, or lives wasted.
Kiron uses an innovative combination of online and offline learning to provide accessible, sustainable, and cost-effective education. To date, we have over 1,000 students, 23 partner universities, and 4 degree programmes. That's over 1,000 lives changed already.
Kiron offers much more than just online learning. Our vision is to reinvent the traditional concept of a university: with a diverse range of partners, we are striving to create an education model that is more accessible, more human-centred, and more supportive of personal growth.

We are at the forefront of driving innovation and research in education and migration solutions. Our network of innovative educational, entrepreneurial, and research initiatives is aimed at targeting the broader issues of migration and developing pedagogy in the digital age.

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Klassik hautnah 2015 im BR

Das Dinkelsbühler Projekt "Klassik hautnah" bietet Jugendlichen die Möglichkeit Teil eines großen Symphonie-Orchesters zu sein. 2015 wurde erstmalig das Live-Konzert von Flüchtlingskindern aktiv mitgestaltet.


Landratsamt bietet Austausch und Information für Ehrenamtliche

(v.l.n.r.): Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Asylkoordinatorin Petra Clausen, Günther Schmidt, Monika Hoenen, Stellvertretender Landrat Kurt Unger und Kurt Gerhäusser, zuständig für Leistungen für Asylbewerber im Landratsamt Ansbach.
(v.l.n.r.): Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Asylkoordinatorin Petra Clausen, Günther Schmidt, Monika Hoenen, Stellvertretender Landrat Kurt Unger und Kurt Gerhäusser, zuständig für Leistungen für Asylbewerber im Landratsamt Ansbach.

Landrat Dr. Ludwig begrüßte am Freitag rund 100 Ehrenamtliche, die sich im Bereich Asyl engagieren zu einer Informationsveranstaltung im Landratsamt Ansbach. „Die aktuelle weltpolitische Lage kann zu einer noch weiteren Zunahme des Zustroms an Asylbewerbern führen. Ohne das Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, wäre die Bewältigung dieser Herausforderung nur schwer möglich. Daher gilt ihnen großer Dank und meine Anerkennung“, betonte Landrat Dr. Ludwig. Der Landrat hob hervor, wie wichtig ihm solche Veranstaltungen seien, die nicht nur zur Information sondern auch maßgeblich zur Vernetzung im flächenmäßig größten Landkreis in Bayern beitragen. Referenten aus den Bereichen Ausländerrecht, Schulamt, Sozialhilfe und vhs informierten im Anschluss zu aktuellen Themen.

Petra Clausen, Asylkoordinatorin des Landratsamtes Ansbach, informierte über versicherungsrechtliche Möglichkeiten für Ehrenamtliche. Sie erklärte etwa, dass über die Bayerische Ehrenamtsversicherung auch Helfer ohne formale Organisation unfall- und haftpflichtversichert seien. Kurt Gerhäußer, zuständig für Leistungen für Asylbewerber, stellte unter anderem die aktuellen Zahlen im Bereich Asyl dar. So würden derzeit bis zu 90 Asylbewerber pro Woche durch die Regierung von Mittelfranken an das Landratsamt Ansbach übermittelt. Derzeit befänden sich rund 2.030 Asylbewerber, die vornehmlich aus Syrien und dem Irak stammen, im Landkreis Ansbach. Jürgen Berger vom Ausländeramt des Landratsamtes Ansbach erklärte unter anderem die Änderungen des Aufenthalts- und Asylgesetzes, die im Herbst 2015 in Kraft getreten ist. Ulrike Schwarz von der vhs zeigte den Teilnehmern der Veranstaltung auf, welche Möglichkeiten und Förderungen für Sprachkurse derzeit existieren. An die von der Bundesagentur für Arbeit geförderten Einstiegskurse könnte sich der Besuch eines Integrationskurses anschließen, der höhere Anforderungen an alle Beteiligten stelle.
Hans Michel Hauptmann vom Schulamt stellte die Beschulungssituation der minderjährigen Asylsuchenden dar. Im Vorfeld der Veranstaltung hatte das Schulamt bereits zu einer Netzwerkveranstaltung für ehrenamtliche Beschulungshelfer wie z.B. Betreuer von Lerngruppen geladen. Besonders freuten sich die Teilnehmer über die Erfahrungsberichte der Ehrenamtlichen Monika Hoenen und Günther Schmidt, die mit zahlreichen weiteren Ehrenamtlichen die Asylbewerber in einem ehemaligen Kloster in Dinkelsbühl betreuen. „Die Erfahrungen der vergangenen Monate waren außergewöhnlich. Wir haben jeden Tag dazugelernt, mitgefühlt, versucht für alle großen und kleinen Dinge Lösungen zu finden und zu ermutigen“, erklärte Monika Hoenen. Diese Erfahrungen teilte auch Günther Schmidt in seinem Bericht: „Die große Zahl von Flüchtlingen hat alle gezwungen zu improvisieren. Wir haben das uns Mögliche getan, um das Beste aus der Situation zu machen und den Menschen zu helfen.“ Jetzt hoffen beide, dass es im nächsten Schritt gelingt, eine gute Integration zu erreichen. Im Anschluss an die Veranstaltung hatten die Teilnehmer noch die Möglichkeit sich auszutauschen und gezielte Fragen an die Referenten an Infotischen zu stellen.
Das Landratsamt versucht derzeit die massive Aufgaben- und Ausgabensteigerung insbesondere in den Bereichen des Ausländer-, Bau-, Gesundheits-, Jugend- und Sozialamtes sowie im Jobcenter und der Liegenschaftsverwaltung bestmöglich zu bewältigen. Doch die finanzielle und personelle Belastung sei laut Landrat Dr. Ludwig massiv. So gab es in diesen Bereichen eine erhebliche Personalmehrung von 14 Stellen bis Ende 2015 auf voraussichtlich bis zu rund 40 Stellen für 2016. Dennoch versuche man die Ehrenamtlichen etwa durch die Asylkoordinatorin Petra Clausen, Informations- und Vernetzungsveranstaltungen für Ehrenamtliche sowie Kommunen, eine Broschüre für Ehrenamtliche sowie die Übermittlung von Publikationen in zahlreichen Sprachen bestmöglich zu unterstützen. Darüber hinaus engagierten sich vor Ort die Bürgermeister und Gemeindeverwaltungen sehr stark, um gemeinsam mit den Ehrenamtlichen und dem Landratsamt Ansbach die Herausforderung zu bewältigen.

4. Dezember 2015
Quelle: ansbachplus.de

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FLZ-Artikel v. 21.12.2015

"Café Globus"

Bei Plätzchen eng zusammengerückt

Flüchtlingshelferkreis installierte neuen Treff im katholischen Pfarrzentrum

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Kleiderspende

Kleiderkammer für Flüchtlinge

Seit Oktober 2015 gibt es eine Kleiderkammer für Flüchtlinge und Asylbewerber im 2. Stock des Dekanatsgebäudes in der Dr.-Martin-Luther-Straße in Dinkelsbühl. Zu den normalen Geschäftszeiten können dort gebrauchte saubere Kleidung und Schuhe abgegeben werden. Die Kleiderkammer hat derzeit immer montags von 10 – 12 Uhr geöffnet. Zur Stärkung der bewussten Auswahl und dem Gefühl vom „Bedürftigen“ zum „Kunden“ zu werden, wird die Kleidung für einen geringen Betrag (50 Ct/Kleidungsstück, 2 €/Winterjacke) „verkauft“. Die Erlöse gehen zu 100% zurück in die Flüchtlingsarbeit, um z. B. die Kleiderkammer mit Socken und Unterwäsche zu ergänzen.

Notwendige Spenden wären derzeit:
Winterjacken, Winterschuhe, Hosen, sportliche Kleidung, Turnschuhe für Kinder und Erwachsene.

FLZ-Artikel v. 8.8.2015

 

2. Vortragsabend am 29. Juli 2015 mit großer Resonanz in der Bevölkerung

Der zweite Vortragsabend des Helferkreises Flüchtlinge Dinkelsbühl, in Kooperation mit dem Lions Club, dem Rotary Club und den beiden Kirchen, sowie mit der Unterstützung der Stadt Dinkelsbühl, in der Dinkelsbühler Schranne war sehr gut besucht.

Der Abend stand unter dem Thema:  „Flucht und Asyl mit Perspektive“.

Der junge Afghane Javad Ahmadi erstattete einen eindrucksvollen Bericht über seine Flucht und anschließende Aufnahme in Deutschland.

Eine Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge fand Aufnahme im Sonnenhof Feuchtwangen. Herr Bügler, Leiter des Kinder- und Jugendhilfeverbundes Sonnenhof, erläuterte die Situation dieser jungen Menschen.

Fragen über die Möglichkeiten der Integration von Asylsuchenden in den Arbeitsmarkt beantwortete Herr Vogler von der Bundesagentur für  Arbeit.

Moderiert von Koordinatorin Monika Hoenen und Günter Schmidt, schloss sich eine lebhafte Diskussion an.

Der nächste Vortragsabend ist für Oktober geplant.

Wir bedanken uns für Ihr Kommen!

Ihr Helferkreis Flüchtlinge Dinkelsbühl


Grafik Asyl-Erstanträge


Nachlese zum 1. Vortrag der Reihe
Flucht und Asyl - die Menschen im Dinkelsbühler Kloster

Helferkreis Flüchtlinge: Situation im alten Kapuzinerkloster Dinkelsbühl

Manfred Scholl: Ursachen und Hintergründe für Flucht und Vertreibung in den Regionen Afghanistan, mittlerer Osten und Kosovo.

Montag, 1. Juni um 19.30 Uhr - Kleiner Schrannen-Saal in Dinkelsbühl

Veranstalter: Helferkreis Flüchtlinge, evangelische und katholische Kirchen Dinkelsbühl, Lions Club und Rotary Club Dinkelsbühl-Feuchtwangen mit freundlicher Unterstützung von Stadt und Landratsamt.

Zur Unterstützung eines menschenwürdigen und respektvollen Miteinanders mit Flüchtlingen hat sich eine "Allianz" zusammengeschlossen, die vielleicht auch noch wächst, denn das Thema Flucht und Asyl beschäftigt uns alle. Gemeinsam mit dem Helferkreis Flüchtlinge, der evangelischen und der katholischen Kirche sowie dem Rotary Club Dinkelsbühl-Feuchtwangen und dem Lions Club Dinkelsbühl wurde eine Informations-Reihe vereinbart. Alle interessierten Bürger/innen sollen sich über die Situation in Dinkelsbühl informieren können und Hintergrund-Informationen darüber bekommen können, warum so viele Menschen in der Welt auf der Flucht sind und vor welchen Gefahren und Nöten sie fliehen. Auch wenn wir nicht so leicht Antworten auf die Frage finden, wie unser Land und ganz Europa mit der Situation umgehen kann, so können wir doch zumindest versuchen zu verstehen, was da passiert.


Dekan Uland Spahlinger übernahm die Moderation des Abends und begrüßte die Veranstalter:

Stellvertretend für die katholische Kirche Herrn Stadtpfarrer Martin Maurer, den Präsidenten des Rotary Clubs Dinkelsbühl-Feuchtwangen Gerhard Wolff, den Präsidenten des Lions Clubs Dinkelsbühl Harald Mack und die Mitglieder des Helferkreises. Herzlich begrüßt wurden auch Günther Arold als Sachgebietsleiter Soziales im LRA Ansbach und seine Kollegen Kurt Gerhäußer und Petra Clausen sowie Sebastian Höllein als Leiter der Diakonie Ansbach. Anschließend hieß er den zweiten Bürgermeister Paul Beitzer willkommen und bat ihn um ein Grußwort.


Bürgermeister Paul Beitzer ging auf die Situation ein, dass es große Flüchtlingsströme gebe und dass es ohne die Mithilfe der Bevölkerung nicht gehe, wobei vielleicht auch manches auf die Ehrenamtlichen abgewälzt werde. Er würdigte das Engagement der Bevölkerung und bedankte sich ausdrücklich für die Arbeit des Helferkreises, die ohne großes Aufsehen ganz selbstverständlich geschehe.


Zunächst wurde kurz aus Sicht des Helferkreises, dem inzwischen rund 90 Personen bzw. Familien angehören, über die Situation im Dinkelsbühler Kloster berichtet, in dem zurzeit je nach Tagesstand zwischen 50 und 100 Flüchtlinge untergebracht sind. Zum 1.6.2015  sind unter den 79 Flüchtlingen 32 Kinder.
Hier ging es darum kurz zu skizzieren, wie viele Menschen aus welchen Ländern wie im Kloster untergebracht sind, das sich ja prinzipiell sehr gut als Unterkunft eignet. Es folgte eine kurze Beschreibung unserer Arbeit und unseres Anliegens, die Menschen, die von Krieg, Armut, Menschrechtsverletzungen zu uns geflohen sind, wahrzunehmen und zu begleiten, solange sie hier sind. Es wurde auch kurz darauf eingegangen, dass nicht entscheidend ist, dass viele von ihnen nach unserer Rechtsprechung kein Bleiberecht bekommen werden, denn alle sind aus verzweifelten Situationen geflohen und verdienen deshalb unser Mitgefühl. Es wurde auf die Situation der Kinder hingewiesen und auf unser Anliegen, Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten, Deutschkenntnisse zu vermitteln, praktische Unterstützung zu bieten und eine freundliche Atmosphäre zu unterstützen. Die enge Absprache mit dem Landratsamt und der Security im Kloster und der Organisationsaufwand, der damit verbunden ist, die Hilfsbereitschaft zu koordinieren, wurden ebenfalls angesprochen. Die Zwischenbilanz sei gut, auch wenn die Security mit der Aufgabenvielfalt sehr gefordert sei und auch wenn weitere „Verstärkung“ hilfreich wäre, damit der Atem über den längeren Zeitraum von wahrscheinlich einem Jahr oder mehr ausreiche. Der Bericht schloss mit der Einladung, sich dem Helferkreis anzuschließen, und dem Hinweis, dass dieses Engagement zwar manchmal auch anstrengend sein kann aber die Dankbarkeit der Leute sehr motiviere. Es ist eine gute Erfahrung, dass wir in Dinkelsbühl viele sehr hilfsbereite Menschen haben, die zum Teil selbst irgendwann einmal eine Migrationsgeschichte hatten. Man kann viele interessante Menschen kennen lernen und den eigenen Horizont erweitern. Insofern bringen uns die Flüchtlinge auf segensreiche Weise zusammen.


Der Schwerpunkt des Abends lag auf dem rund einstündigen Vortrag von Manfred Scholl, der folgenden Fragen auf den Grund ging:

  • Wie kommt es zu den Konflikten und Kriegen in Afghanistan, im Nahen Osten und im Kosovo.
  • Wie kommt so ein unfassbares Phänomen wie der "IS" zustande?
  • Wie ist die Situation der Menschen in diesen Gebieten?

Manfred Scholl war selbst als hochrangiger Bundeswehr-Angehöriger vor Ort und ist u.a. zuständig für die Ausbildung der Peschmerga in Hammelburg. Er hat ein breites Wissen über die Entstehung der Konflikte und über die Situation der Menschen dort.
Der Vortrag hat die Zuhörer/innen merklich nachdenklich gemacht und kaum Optimismus zugelassen. Deutlich wurde, dass Terrororganisationen die destabilisierte Situation in vielen Ländern der Welt auf eine noch nicht dagewesene Weise nutzen, um eine extremistische Auslegung des Islam zu verbreiten und unter dem religiösen Deckmantel menschenverachtende Terrorregime aufzubauen. Dabei wurden sie von oftmals von Regierungen finanziell und materiell ausgestattet und für eigene Zwecke instrumentalisiert, bis sie sich schließlich (anscheinend unbemerkt?) zu einer nicht mehr zu kontrollierenden, hochprofessionell operierenden Armee entwickelten.
Die Ursachen für diese Entwicklungen sind sehr komplex und gehen oft Jahrhunderte zurück – unter anderem liege ein wesentlicher Keim der Konflikte zwischen islamistischen Gruppierungen in dem „Erbfolgestreit“ zwischen Sunniten und Schiiten im ersten Jahrtausend nach Christus. Aber auch die oftmals rücksichtslos verfolgten wirtschaftlichen Interessen der westlichen Welt hätten einen Anteil an der katastrophalen Situation. Es brauche neue internationale und nationale Strategien, um mit den Herausforderungen konstruktiv umgehen zu können, die jetzt weltweit darin bestehen, dass rund 50 Millionen Menschen auf der Flucht seien, von denen die meisten in den ärmsten Ländern der Welt Zuflucht suchen würden. Libyen (der Libanon?) habe beispielsweise besonders viele Flüchtlinge aufgenommen. Auf Dinkelsbühl umgerechnet, würden hier 2500 Flüchtlinge in der Stadt leben. Ein besonders wichtiger Aspekt sei, dass von den Flüchtlingen mehr als 50 % unter 25 Jahre alt seien, sehr viele unter 18 Jahre. Es herrsche in den betroffenen Ländern eine Jugendarbeitslosigkeit von mindestens 50 %, oft weit mehr. Durch die hohen Geburtenraten nimmt dieses Problem weiter zu. Alle Länder der Welt müssten schon aus eigenem Interesse dafür sorgen, dass diese Millionen von Jugendlichen eine Perspektive bekämen, denn Hoffnungslosigkeit sei der beste Nährboden für die Terrororganisationen und extremistische Gruppierungen, die jede Weiterentwicklung der Länder verhinderten.

Wo keine Rechtssicherheit bestehe, investiere auch niemand. Dieses Problem sei auch ein wichtiger Grund für die nicht voran kommende Entwicklung im Kosovo, der noch immer nicht von allen Ländern der Vereinten Nationen die Anerkennung als souveräner Staat habe. In einer solchen Situation schreckten Investoren zurück, so Manfred Scholl.

Seinen Vortrag untermauerte er mit Statistiken und Bildmaterial mit zum Teil sehr schockierender Wirkung. Die demonstrative Grausamkeit, mit der Gewalttaten regelrecht öffentlich zelebriert und auch über die sozialen Netze verbreitet würden, sei unvorstellbar. Tatsächlich wurden die Zuhörer mit einigen kaum zu ertragenden Eindrücken konfrontiert. Jeder von uns würde vor diesen Situationen fliehen oder zumindest seine Kinder retten wollen – das war die Gewissheit, mit der wohl jeder den Kleinen Schrannensaal verlassen hat. Gleichzeitig war auch klar, dass die Entwicklung der Länder damit auch immer schwieriger wird, wenn als allererstes die gut ausgebildeten Kräfte fliehen. Sie überblicken früh die Situation, haben Möglichkeiten, die Flucht zu planen und zu finanzieren. Damit stehen die fähigsten Kräfte nicht mehr zur Verfügung. Niemand kann ihnen das verübeln, aber es bleibt die Frage, wie es zu erreichen ist, dass die maroden und korrupten Länder wieder so genügend Vertrauensbasis bieten, damit die Menschen bleiben oder zurück kehren. Was ist dazu erforderlich? Was können wir parallel in der Zwischenzeit tun, um den vielen Flüchtlingen eine Perspektive zu geben? Was bedeutet es, wenn wir an unseren grundlegenden Werten festhalten, die im Grundgesetz verankert sind? Dekan Spahlinger wies als Moderator sowohl auf Artikel 1 hin („Die Würde des Menschen ist unantastbar“) als auch auf eine Bibelstelle, die alle Menschen dazu auffordert, Fremden gegenüber freundlich zu sein und sie aufzunehmen wie ihresgleichen. Ein Zuhörer fragte, ob wir die jungen Flüchtlinge nicht ausbilden könnten, damit sie hier arbeiten und vielleicht später gut ausgebildet in ihr Land zurückkehren könnten, um es wieder aufzubauen.

Vielleicht können die Flüchtlinge und alles, was wir lernen, wenn wir ihnen persönlich begegnen, auch ein Segen werden? Können und müssen wir jetzt endgültig glaubwürdig solidarisch werden in der Welt, um viel schlimmere Entwicklungen noch zu verhindern? Es bleiben viele Fragen nach dem Vortrag. Der jetzige Umgang der Länder mit den Flüchtlings- und Migrationsbewegungen ist keine Lösung, sondern eher Ausdruck eine großen Hilf- und Ratlosigkeit. Es braucht sehr weit reichende neue gemeinsame Wege. Und niemand kann sich auf Dauer wegducken – das zumindest ist mein Fazit des Abends.

Wir als Helferkreis können die vielen kleinen Momente schaffen und Begegnungen erleben, die unseren Blick vielleicht ein bisschen verändern und ganz automatisch vermitteln, was das menschlich Naheliegende ist. Es ist keine Einbahnstraße des Helfens. Die Flüchtlinge bewegen auch in uns etwas, bereichern unsere Erfahrung und öffnen die Horizonte.

Monika Hoenen


Foto Manfred Scholl

Mit Manfred Scholl haben wir einen Fachmann gewinnen können, der als hochrangiger Bundeswehr-Angehöriger selbst vor Ort war und u.a. zuständig ist für die Ausbildung der Peschmerga in Hammelburg. Er hat ein breites Wissen über die Entstehung der Konflikte und über die Situation der Menschen dort.

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